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Schmerzen an der Innen- oder Außenseite des Ellenbogens gehören zu den häufigsten Beschwerden von Menschen mit wiederholten Belastungen im Alltag, Beruf oder Sport. Viele kennen die Begriffe „Tennisellenbogen“ oder „Golferellenbogen“. Medizinisch spricht man heute von einer Epicondylopathie beziehungsweise Tendinopathie der Unterarmmuskulatur.
Wichtig zu wissen:
In den meisten Fällen handelt es sich nicht um eine klassische Entzündung, sondern um eine schmerzhafte Reizung und verminderte Belastbarkeit der Sehnenansätze durch Überlastung oder ungewohnte Belastungen.
Die gute Nachricht: Die meisten Betroffenen werden ohne Operation wieder beschwerdefrei.
Am Ellenbogen setzen zahlreiche Muskeln des Unterarms an. Diese Muskeln sind ständig aktiv – beim Greifen, Tragen, Schreiben, Arbeiten am Computer, Handwerken oder Sport. Man unterscheidet zwei Hauptformen:
Hier ist die Außenseite des Ellenbogens betroffen. Gereizt sind meist die Sehnen der Hand- und Fingerstrecker.
Typische Belastungen:
Hier betrifft die Reizung die Innenseite des Ellenbogens. Betroffen sind vor allem die Hand- und Fingerbeuger.
Typische Belastungen:
Wenn die Belastung die Belastbarkeit des Gewebes übersteigt, entstehen Schmerzen.
Früher sprach man häufig von einer „Sehnenentzündung“. Heute weiß man: In den meisten Fällen liegt keine klassische Entzündung vor.
Stattdessen zeigen Untersuchungen häufig:
Die Beschwerden entstehen meist durch ein Missverhältnis von Belastung und Belastbarkeit. Wichtig:
Schmerz bedeutet nicht automatisch „Schaden“. Viele Sehnen reagieren empfindlich auf Überforderung, obwohl keine schwere Verletzung vorliegt.
Ein einzelner Auslöser ist selten. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen:
Monotone Bewegungen mit Greifen, Drehen oder Halten belasten die Sehnenansätze dauerhaft.
Beispiele:
Nach längerer Pause kann ein plötzlicher Wiedereinstieg die Sehne überfordern.
Wenig Bewegung, reduzierte Kraft oder mangelnde Regeneration senken die Belastbarkeit des Gewebes.
Besonders Kombinationen aus Kraft und Wiederholung erhöhen die Belastung auf die Sehnenansätze deutlich.
Wichtig
Nicht jede Belastung ist „schlecht“. Sehnen benötigen Belastung, um belastbar zu bleiben – entscheidend ist die richtige Dosierung.
Charakteristisch sind:
Oft treten die Beschwerden zunächst nur unter Belastung auf und später auch im Alltag.
Die Diagnose wird vor allem durch Gespräch und Untersuchung gestellt. Typisch sind Schmerzen bei:
Es ergibt sich dadurch immer ein Gesamtbild, welches Rückschlüsse auf die nötige Therapie liefert.
Ultraschall kann Veränderungen der Sehne sichtbar machen. MRT ist nur selten notwendig – meist nur bei unklaren Beschwerden oder Verdacht auf andere Ursachen. Wichtig: Viele Veränderungen in Bildgebungen finden sich auch bei beschwerdefreien Menschen. Daher gilt: Bilder behandeln keine Schmerzen – Menschen schon.
Die wichtigste Erkenntnis aus aktuellen Studien: Gezieltes Training ist die wirksamste Maßnahme.
Ziel ist nicht vollständige Schonung, sondern:
Besonders hilfreich sind:
Kortisoninjektionen können kurzfristig Schmerzen reduzieren, zeigen langfristig jedoch häufig schlechtere Ergebnisse als aktive Therapie.
Epicondylitis-Spangen können kurzfristig entlasten, ersetzen jedoch kein Training.
Eine Operation ist nur selten notwendig. Die meisten Betroffenen verbessern sich durch konsequente konservative Therapie deutlich.
Bleiben Sie in Bewegung – komplette Schonung verschlechtert oft die Belastbarkeit. Belastung dosieren statt vermeiden. Leichte Beschwerden während Übungen sind meist unproblematisch.
Steigern Sie Belastungen langsam und kontrolliert. Achten Sie auf ausreichende Regeneration. Geduld ist wichtig: Sehnen reagieren langsamer als Muskeln. Verbesserungen benötigen häufig mehrere Wochen bis Monate.
Epicondylopathien gehören zu den häufigsten Überlastungsbeschwerden des Arms. Nicht eine "Entzündung" ist meist das Hauptproblem, sondern eine verminderte Belastbarkeit der Sehne.
Mit gezieltem Training, sinnvoller Belastungssteuerung und Geduld lassen sich die Beschwerden in den meisten Fällen ohne Operation deutlich verbessern.
AWMF-Leitlinien Orthopädie und Unfallchirurgie: Tendinopathien / Ellenbogenbeschwerden (aktuelle Fassungen).
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