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Schmerzen beim seitlichen Anheben des Arms gehören zu den häufigsten Schulterbeschwerden. Viele Betroffene hören die Diagnose „Impingement“ oder „Engpasssyndrom“. Heute spricht man medizinisch eher vom subakromialen Schmerzsyndrom.
Wichtig zu wissen:
In den meisten Fällen handelt es sich nicht um ein Einklemmen im klassischen Sinn, sondern um eine schmerzhafte Reizung von Sehnen und Schleimbeutel durch Überlastung, verminderte Belastbarkeit oder ungünstige Belastungsmuster.
Die gute Nachricht: Die meisten Menschen werden ohne Operation wieder beschwerdefrei.
Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers. Der Oberarmkopf liegt relativ locker in einer kleinen Gelenkpfanne. Damit diese Konstruktion funktioniert, müssen Muskeln und Sehnen sehr fein zusammenarbeiten.
Unter dem knöchernen Schulterdach (Akromion) verlaufen:
Wenn dieser Bereich überlastet oder gereizt wird, entstehen Schmerzen – besonders beim Heben des Arms.
Früher nahm man an, die Sehnen würden mechanisch „eingeklemmt“. Heute weiß man: Schmerzen entstehen meist durch eine Kombination aus:
Die Sehnen sind dabei nicht „entzündet“ im klassischen Sinn, sondern häufig strukturell gereizt. Schmerz bedeutet daher nicht automatisch „Schaden“, sondern oft eine Überforderung des Gewebes.
Ein einzelner Auslöser ist selten. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen:
1. Missverhältnis Belastung zu Belastbarkeit: Wiederholte Überkopfbewegungen (z. B. Malerarbeiten, Volleyball, Schwimmen) ohne ausgleichendes Training der Schulterpartie können die Sehnen stark beanspruchen.
2. Zu schnelle Belastungssteigerung: Ein Trainingsstart nach längerer Pause oder eine plötzliche Intensivierung kann die Schulter überfordern.
3. Allgemeine Dekonditionierung: Muskeln verlieren bei Inaktivität an Kraft und Ausdauer. Eine geringere Belastbarkeit erhöht das Risiko für Beschwerden.
4. Anatomische Faktoren: Unterschiede in der Form des Schulterdachs können eine Rolle spielen, sind aber allein selten die Ursache.
Wichtig: Eine „schlechte Haltung“ ist nicht automatisch der Auslöser. Es gibt keine perfekte Schulterposition, sondern vor allem gut angepasste Belastung.
Charakteristisch sind:
Die Beweglichkeit ist meist noch vorhanden – aber schmerzhaft.
Die Diagnose wird vor allem durch Gespräch und Untersuchung gestellt. Bestimmte Bewegungstests können die Schmerzen provozieren, sind aber nicht allein beweisend. Es ergibt sich dadurch immer ein Gesamtbild welches Rückschlüsse auf die nötige Therapie liefert.
Bildgebung
Viele Veränderungen im MRT finden sich auch bei beschwerdefreien Menschen. Daher gilt: Bilder behandeln keine Schmerzen – Menschen schon.
Die wichtigste Erkenntnis aus aktuellen Studien: Training ist genauso wirksam wie eine Operation – oft sogar nachhaltiger.
Ziel ist nicht, „Platz zu schaffen“, sondern:
Besonders hilfreich sind:
Eine sogenannte subakromiale Dekompression (Abtragen von Knochen/Schleimbeutel) wird heute deutlich zurückhaltender empfohlen.
Große Studien zeigen: Operation bringt langfristig keinen Vorteil gegenüber strukturiertem Training.
Schulterschmerzen sind häufig – aber in den meisten Fällen gut behandelbar. Nicht „Enge“ ist das Hauptproblem, sondern das Missverhältnis von Belastung zu Belastbarkeit. Mit gezieltem Training, sinnvoller Dosierung und Geduld lässt sich die Schulter in den allermeisten Fällen ohne Operation stabilisieren.