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Mo, Mi: 10.30 - 19.00 Uhr
Di, Do, Fr: 7.00 - 15.30 Uhr |
Wer an Fitness denkt, hat oft laute Musik, schwere Hanteln und anonyme Großraumstudios im Kopf. Das Gesundheitstraining mit einem Therapeuten (oft auch als Medizinische Trainingsherapie bezeichnet) ist der genaue Gegenentwurf dazu. Hier steht nicht der dicke Bizeps im Vordergrund, sondern die gesunde, korrekte Funktion des Körpers.
Der entscheidende Faktor ist die medizinische Kompetenz. Ein Physiotherapeut betrachtet Bewegung durch die „medizinische Brille“. Er weiß genau, welche Übung bei einem Bandscheibenvorfall tabu ist oder wie man eine operierte Schulter belastet, ohne sie zu reizen. Im Gesundheitstraining trainieren Sie daher nie „ins Blaue hinein“, sondern immer unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Krankheitsgeschichte und körperlichen Voraussetzungen.
Bevor das erste Gewicht bewegt wird, erfolgt eine Eingangsanalyse. Der Therapeut prüft: Wo sind Muskeln verkürzt? Wo fehlt die Kraft, um die Gelenke zu stabilisieren? Gibt es Fehlhaltungen? Basierend darauf wird ein Trainingsplan erstellt, der maßgeschneidert ist. Das Training findet meist an speziellen medizinischen Reha-Geräten statt, die gelenkschonender geführt sind als klassische Fitnessgeräte.
Das häufigste Problem beim eigenständigen Training sind sogenannte Ausweichbewegungen. Wenn ein Muskel zu schwach ist, hilft ein anderer (falscher) Muskel nach – das führt oft zu neuen Schmerzen. Der Therapeut greift hier korrigierend ein. Er achtet penibel auf die Ausführung, die Geschwindigkeit und die Atmung. Diese engmaschige Betreuung gibt Sicherheit. Sie lernen, Ihren Körper wieder zu spüren und ihm zu vertrauen.
Dieses Training ist ideal für alle, die:
Der Beckenboden ist eine der wichtigsten Muskelgruppen unseres Körpers – er stützt die Organe, sichert die Kontinenz und stabilisiert den Rücken. Doch das Training dieser verborgenen Muskeln fällt vielen Patienten schwer. Hier bietet die moderne Physiotherapie mit dem Beckenbodenstuhl eine innovative Lösung: Ein hochintensives Training, das ganz bequem im Sitzen stattfindet.
Das Prinzip klingt fast zu gut, um wahr zu sein, basiert aber auf bewährter medizinischer Technologie (funktionelle Magnetstimulation). In der Sitzfläche des Stuhls ist eine Spule verbaut, die ein starkes, pulsierendes Magnetfeld erzeugt. Dieses Magnetfeld dringt tief in den Unterleib ein und stimuliert direkt die Nerven der Beckenbodenmuskulatur. Die Folge: Der Muskel zieht sich zusammen und entspannt sich wieder – und das tausendfach innerhalb weniger Minuten.
Das Besondere am Beckenbodenstuhl ist die Intensität. Während man bei klassischen „Kegel-Übungen“ die Muskeln selbst ansteuert, erzeugt der Stuhl sogenannte supramaximale Kontraktionen. Das bedeutet: Die Muskelspannung ist stärker, als man es willentlich je schaffen würde. Eine Sitzung von etwa 20 Minuten simuliert dabei den Effekt von über 10.000 Beckenbodenübungen.
Für viele Patienten ist die Behandlung sehr angenehm, da die Hemmschwelle niedrig ist:
Der Beckenbodenstuhl ist eine ideale Therapieform bei:
Die meisten Menschen suchen eine Physiotherapie erst auf, wenn der Rücken zwickt, die Schulter blockiert oder eine Operation hinter ihnen liegt. Doch moderne Physiotherapie versteht sich nicht nur als „Reparaturwerkstatt“, sondern als Gesundheitspartner. Mit zertifizierten Präventionskursen helfen Therapeuten Ihnen dabei, gesund zu bleiben, bevor ernsthafte Beschwerden entstehen.
Das Angebot in Physiotherapie-Praxen ist vielfältig und meist auf kleine Gruppen ausgelegt. Zu den Klassikern gehören:
Ein entscheidender Punkt macht diese Kurse besonders attraktiv: Der Gesetzgeber möchte Eigeninitiative fördern. Deshalb sind fast alle qualitätsgeprüften Präventionskurse (nach § 20 SGB V) zuschussfähig. Das bedeutet: Sie melden sich ohne Arztbesuch direkt in der Praxis an und bezahlen die Kursgebühr zunächst selbst. Wenn Sie regelmäßig teilnehmen (in der Regel an 80 % der Termine), erhalten Sie am Ende eine Bescheinigung. Diese reichen Sie bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse ein und bekommen oft zwischen 75 % und 100 % der Kosten erstattet.
Präventionskurse sind somit der einfachste und günstigste Weg, unter professioneller physiotherapeutischer Anleitung etwas für die eigene Gesundheit zu tun.
Unsere Füße tragen uns tagein, tagaus durch das Leben, erhalten aber oft wenig Aufmerksamkeit. In der Physiotherapie ist die Fußreflexzonenmassage (oft auch Reflexzonentherapie am Fuß genannt) eine spezielle Behandlungsmethode, die weit über eine einfache Entspannungsmassage hinausgeht. Sie basiert auf der Vorstellung, dass der gesamte Mensch im Fuß abgebildet ist.
Das Prinzip ist faszinierend: Der Fuß wird als Mikrosystem des Körpers verstanden. Man stellt sich die Fußsohle wie eine Landkarte vor, auf der alle Organe, Muskelgruppen und Gelenke ihren festen Platz haben.
Der Therapeut massiert nicht nur die Haut und Muskulatur des Fußes, sondern setzt gezielte Druckpunkte. Durch diesen Druck auf eine bestimmte Zone wird ein Reiz gesetzt, der über Nervenbahnen und energetische Verbindungen das zugehörige Organ beeinflusst. Das Ziel ist eine Umstimmungstherapie: Die Durchblutung im betreffenden Organ wird gesteigert, und das vegetative Nervensystem wird harmonisiert. Blockierte Energie kann wieder fließen, und die Selbstheilungskräfte des Körpers werden aktiviert.
Für den Therapeuten geben die Füße auch diagnostische Hinweise. Fühlt sich eine Zone am Fuß verhärtet an oder reagiert der Patient dort schmerzempfindlich, deutet dies oft auf eine Störung im zugehörigen Organ hin. Die Behandlung kann daher stellenweise durchaus intensiv sein („Wohlfühl-Schmerz“). Lässt der Schmerz am Fuß während der Massage nach, ist dies oft ein Zeichen dafür, dass sich auch die Spannung im Körper löst.
Besonders beliebt ist diese Therapie bei funktionellen Störungen, für die es keine organische Ursache gibt, wie zum Beispiel:
Die Fußreflexzonenmassage wirkt somit ganzheitlich – sie behandelt nicht nur ein Symptom, sondern den Menschen als Einheit.
Ob bei Olympioniken, Fußballprofis oder im Alltag: Die bunten Klebestreifen auf der Haut sind mittlerweile allgegenwärtig. Das Medizinische Taping (oft auch Kinesio-Taping genannt) ist eine effektive Ergänzung zur physiotherapeutischen Behandlung, die den Heilungsprozess zwischen den Terminen unterstützt.
Der wichtigste Unterschied zum klassischen, starren weißen Sporttape ist die Elastizität. Während weißes Tape ein Gelenk ruhigstellt und stabilisiert, ist das medizinische Tape so dehnbar wie die menschliche Haut. Die Philosophie dahinter: Heilung braucht Bewegung, nicht Stillstand. Das Tape schränkt den Patienten nicht ein, sondern macht jede Bewegung mit.
Das Tape wird mit einer speziellen Technik auf die Haut geklebt. Wenn sich der Patient bewegt, verschiebt sich die Haut gegen das darunterliegende Gewebe. Dabei entstehen zwei Haupteffekte:
Die Tapes bestehen aus hochwertiger Baumwolle mit einem wellenförmigen Acrylkleber. Sie enthalten keine Wirkstoffe oder Medikamente – die Wirkung ist rein mechanisch. Das Material ist atmungsaktiv und wasserresistent. Das bedeutet: Duschen, Schwimmen oder Sport sind kein Problem. Das Tape bleibt meist 3 bis 7 Tage auf der Haut und wirkt in dieser Zeit rund um die Uhr – 24 Stunden am Tag.
Die Einsatzmöglichkeiten sind riesig. Physiotherapeuten nutzen es bei:
Die manuelle Lymphdrainage dient zur Entstauung und
Beseitigung von Ödemen (Schwellungen durch Flüssigkeitsansammlungen im Körper).
Unsere Therapeuten haben eine spezielle Weiterbildung
absolviert, um diese Therapie adäquat durchzuführen.
Neben unterschiedlichen Krankheiten erzwingen auch
Operationen im Nachgang eine Verstärkung des Lymphabflusses.
Mit unterschiedlichen Übungen werden die individuellen Defizite des Patienten verbessert. Unter Anleitung unserer Therapeuten können dabei diverse Ziele verfolgt werden, darunter z.B.: Kräftigung, Mobilisation, Beweglichkeit, Schmerzreduktion. Außerdem wird das Herz- Kreislaufsystem geschult.
Bei der Krankengymnastik am Gerät handelt es sich um eine aktive Trainingstherapie, welche durch einen Therapeuten begleitet wird. Hierbei werden für den Patienten individuelle Pläne erstellt, welche auf Grundlage eines ausführlichen Befundes basieren.
Die Manuelle Therapie (MT) ist weit mehr als nur ein Handgriff gegen Verspannungen. Innerhalb der Physiotherapie stellt sie eine spezialisierte Behandlungsform dar, für die Therapeuten eine umfangreiche, mehrjährige Zusatzausbildung absolvieren müssen. Im Zentrum steht dabei das komplexe Zusammenspiel von Gelenken, Muskeln und Nerven.
Anders als bei der klassischen Krankengymnastik, bei der oft die Kräftigung im Vordergrund steht, widmet sich die Manuelle Therapie primär der Diagnostik und Behandlung von Funktionsstörungen.
Bevor die eigentliche Behandlung beginnt, führt der Therapeut einen detaillierten Befund durch. Mit seinen Händen ertastet er Bewegungseinschränkungen, Blockaden oder veränderte Spannungszustände im Gewebe. Man spricht hier oft von den „denkenden Fingern“: Der Therapeut spürt genau, ob ein Schmerz durch ein blockiertes Gelenk, eine verkürzte Kapsel oder einen eingeklemmten Nerv verursacht wird.
Das Ziel der Manuellen Therapie ist es, das physiologische Zusammenspiel zwischen Gelenken und Muskeln wiederherzustellen. Dafür nutzt der Therapeut spezielle Handgriffe und Mobilisationstechniken:
Wichtig ist die Abgrenzung zur Chiropraktik: Während dort oft mit schnellen Impulsen („Einrenken“) gearbeitet wird, ist die Manuelle Therapie in der Physiotherapie meist sanfter, rhythmischer und mobilisierender ausgelegt.
Ein entscheidender Aspekt moderner Manueller Therapie ist die Nachhaltigkeit. Die passive Behandlung durch den Therapeuten ist oft nur der „Türöffner“. Sobald die Blockade gelöst und der Schmerz reduziert ist, muss der Patient aktiv werden.
Der Therapeut leitet spezifische Automobilisations- und Stabilisationsübungen an. Nur wenn die neu gewonnene Beweglichkeit durch starke Muskeln gesichert wird, bleibt der Behandlungserfolg dauerhaft bestehen. Die Manuelle Therapie ist also eine Hilfe zur Selbsthilfe – sie schafft die biomechanischen Voraussetzungen, damit der Körper wieder schmerzfrei funktionieren kann.
Eingesetzt wird sie unter anderem bei Rückenbeschwerden (wie Hexenschuss), Arthrose, nach Operationen oder bei Bewegungseinschränkungen der Extremitäten.
Infrarotkabinen arbeiten mit niedrigeren Temperaturen als traditionelle Saunen, was sie für viele Menschen komfortabler macht. Trotz der niedrigeren Lufttemperatur dringt die Wärme tief in den Körper ein, was denselben Effekt erzielt, wenn nicht sogar intensiver. Anders als bei traditionellen Saunen, die nur die Oberfläche des Körpers erwärmen, dringt die Infrarotwärme tief in das Gewebe ein – bis zu 4 cm. Dies ermöglicht eine intensivere Erwärmung und eine gezieltere Wirkung auf Muskeln und Gelenke. Die Wärme in der Kabine sorgt für eine bessere Durchblutung und Entspannung der Muskeln.
Infrarotsaunen fördern einen tiefen, erholsamen Schlaf, indem sie Muskeln entspannen und Spannungen lösen.
Die wohlige Wärme der Infrarotsauna wirkt direkt auf das Nervensystem, indem sie die Produktion von Stresshormonen wie Cortisol reduziert.
Infrarotstrahlen dringen tief in das Gewebe ein und fördern intensives Schwitzen, wodurch Giftstoffe wie Schwermetalle und Chemikalien über die Haut ausgeschieden werden.
Infrarotkabinen regen durch die Wärme die Durchblutung und den Stoffwechsel an, was den Kalorienverbrauch erhöht.
Nach dem Training oder intensiver körperlicher Aktivität hilft die Tiefenwärme der Infrarotstrahlen, Muskelkater zu lindern und die Muskeln zu entspannen.
Die Tiefenwärme der Infrarotsauna kann Entzündungen in den Gelenken lindern und die Beweglichkeit verbessern, was besonders bei Arthritis-Patienten hilfreich ist.
Durch die Infrarotstrahlung wird die Durchblutung der Haut angeregt, was den Zellstoffwechsel fördert und zu einer klareren und strafferen Haut führt.
Die tiefenwirksame Infrarotstrahlung dringt in das Gewebe ein und lindert Schmerzen in Muskeln und Gelenken, die durch chronische Erkrankungen wie Rheuma verursacht werden. Die Wärme fördert die Entzündungshemmung und beschleunigt die Heilung von Gewebe.
Die Infrarotsauna verbessert die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems, indem sie den Blutdruck senkt und die Durchblutung erhöht. Besonders bei Menschen mit Bluthochdruck kann die Infrarotsauna eine unterstützende Therapie sein.
Die regelmäßige Nutzung der Infrarotsauna regt das Immunsystem an.
Die Infrarotsauna kann bei der Behandlung von Diabetes unterstützend wirken, indem sie die Durchblutung verbessert und den Blutzuckerspiegel stabilisiert.
Die sanfte Tiefenwärme der Infrarotsauna fördert die Ausschüttung von Endorphinen und Serotonin, was zu einer Verbesserung der Stimmung führt.
ist die trainingstherapeutische Reha-Nachsorge durch gerätegestütztes Training. Unsere Therapeuten erstellen einen individuellen Trainingsplan, mit welchem Beweglichkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer verbessert werden sollen. Die Verordnung erhalten Sie NUR vom behandelnden Arzt der Reha-Einrichtung.
Die Elektrotherapie (auch Elektrostimulation genannt) ist ein bewährter Baustein der physikalischen Therapie. Sie nutzt spezielle Stromformen, um Heilungsprozesse im Körper zu aktivieren, Schmerzen zu lindern oder geschwächte Muskulatur zu trainieren. Keine Sorge: Es geht hierbei nicht um starke Stromstöße, sondern um sehr fein dosierte, medizinische Impulse.
Der Therapeut bringt Elektroden auf die Haut auf, meist direkt über dem schmerzhaften Gebiet oder den zu behandelnden Muskeln. Je nach Beschwerdebild wählt der Physiotherapeut unterschiedliche Stromarten (z. B. Gleichstrom, Nieder- oder Mittelfrequenz).
Die Wirkung setzt auf drei Hauptebenen an:
Die Behandlung ist in der Regel schmerzfrei. Patienten spüren meist ein Kribbeln oder Pochen auf der Haut. Bei der Muskelstimulation ist ein deutliches Zusammenziehen des Muskels erwünscht, was ungewohnt, aber nicht schmerzhaft sein sollte.
Wichtig zu verstehen ist, dass die Elektrotherapie selten als alleinige Maßnahme verschrieben wird. Sie dient meist als Vorbereitung oder Ergänzung zur aktiven Krankengymnastik oder Manuellen Therapie. Sie schafft oft erst das schmerzarme „Fenster“, das aktive Übungen wieder möglich macht.
Hinweis: Bei Patienten mit Herzschrittmachern oder Metallimplantaten im Behandlungsgebiet ist Vorsicht geboten – hier klärt der Therapeut vorab genau ab, ob die Therapie sicher angewendet werden kann.
Die Ultraschall-Therapie ist ein spezielles Verfahren der physikalischen Therapie, das tief im Gewebe wirkt. Anders als beim diagnostischen Ultraschall beim Arzt, bei dem es um das Sehen von Organen geht, steht hier die Behandlung von erkranktem Gewebe im Vordergrund.
Der Therapeut nutzt hochfrequente Schallwellen, die weit über dem menschlichen Hörbereich liegen. Diese Wellen werden über einen sogenannten Schallkopf auf den Körper übertragen.
Die Wirkung beruht auf zwei Haupteffekten:
Zuerst trägt der Therapeut ein Kontaktgel auf die betroffene Stelle auf. Das ist notwendig, da Luft die Schallwellen sofort stoppen würde – das Gel stellt die Verbindung zum Körper her. Anschließend führt der Therapeut den Schallkopf in langsamen, kreisenden Bewegungen über das schmerzhafte Areal.
Für den Patienten ist die Behandlung meist völlig schmerzfrei. Man spürt den Schall selbst nicht, nimmt aber oft eine angenehme, tiefgehende Wärme wahr. Je nach Einstellung (Dauer- oder Impulsschall) kann die Wärmewirkung intensiviert oder minimiert werden, was besonders bei akuten Entzündungen wichtig ist.
Wann wird sie angewendet?
Da Ultraschall besonders gut auf gewebedichte Strukturen wirkt, ist er ideal für Probleme an Sehnen, Bändern, Kapseln und Knochen. Klassische Anwendungsgebiete sind:
Ein besonderer Vorteil ist die sogenannte Phonophorese: Hierbei wird statt des Gels eine schmerzlindernde Salbe verwendet. Der Ultraschall „hämmert“ die Wirkstoffe der Salbe tief in das Gewebe, wo sie gezielter wirken können als beim bloßen Einreiben.
Der Begriff Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) klingt kompliziert, beschreibt aber ein sehr häufiges Problem: Eine Fehlfunktion im Zusammenspiel zwischen Schädel (Cranium) und Unterkiefer (Mandibula). In der Physiotherapie wird diese Störung meist von Therapeuten mit einer speziellen Weiterbildung in Manueller Therapie behandelt.
Das Tückische an der CMD ist, dass der Schmerzort nicht immer dort ist, wo die Ursache liegt. Das Kiefergelenk ist über Muskeln und Nerven eng mit der Halswirbelsäule und dem Nacken verbunden. Typische Symptome sind daher nicht nur Kieferknacken, Zähneknirschen oder Schmerzen beim Kauen, sondern oft auch:
Die physiotherapeutische Behandlung der CMD ist sehr spezialisiert. Nach einer genauen Untersuchung der Kieferöffnung und der Gelenkmechanik erfolgt die Therapie meist auf zwei Wegen:
Physiotherapie bei CMD findet selten isoliert statt. Oft arbeiten Therapeuten eng mit Zahnärzten oder Kieferorthopäden zusammen. Während der Zahnarzt beispielsweise eine Aufbissschiene anpasst, um die Zähne nachts zu schützen und das Gelenk zu entlasten, sorgt der Physiotherapeut dafür, dass die muskuläre Balance wiederhergestellt wird, damit der Kiefer die neue Position überhaupt annehmen kann.
Ein besonderer Vorteil ist die sogenannte Phonophorese: Hierbei wird statt des Gels eine schmerzlindernde Salbe verwendet. Der Ultraschall „hämmert“ die Wirkstoffe der Salbe tief in das Gewebe, wo sie gezielter wirken können als beim bloßen Einreiben.
Da Stress oft ein Hauptauslöser für Zähneknirschen (Bruxismus) ist, gehören auch Entspannungsübungen und Haltungskorrekturen zum Therapieplan.
Der Schlingentisch gehört zu den Klassikern der Physiotherapie. Auf den ersten Blick wirkt die Konstruktion – ein stabiles Metallgitter über der Behandlungsliege mit verschiedenen Seilen und Schlaufen – vielleicht etwas technisch oder abenteuerlich. Doch für Patienten mit akuten Schmerzen ist diese Vorrichtung oft eine reine Wohltat.
Die Grundidee der Schlingentisch-Therapie ist einfach, aber effektiv: Die Aufhebung der Schwerkraft. Der Patient liegt bequem auf der Liege, während einzelne Körperteile (wie ein Bein, der Kopf oder das Becken) oder sogar der ganze Körper in stabilen Baumwollschlingen aufgehängt werden. Durch diese Aufhängung wird dem Patienten das Eigengewicht der Gliedmaßen abgenommen. Man fühlt sich leicht, fast wie im Wasser schwebend.
Besonders häufig wird der Schlingentisch zur Traktion (Zugbehandlung) eingesetzt, speziell bei Wirbelsäulenbeschwerden. Durch gezielte Aufhängung und sanften Zug werden die Wirbelkörper minimal voneinander entfernt. Dieser Effekt ist für Patienten mit einem Bandscheibenvorfall oder Arthrose oft erlösend:
Der Schlingentisch dient nicht nur der passiven Entspannung. Er ist auch ein hervorragendes Trainingsgerät. Da die Schwerkraft ausgeschaltet ist, können Patienten Bewegungen ausführen, die „an Land“ zu schmerzhaft oder zu anstrengend wären. Ein geschwächtes Bein nach einer OP kann in der Schlinge beispielsweise viel leichter bewegt werden. Der Therapeut kann so schonend an der Beweglichkeit arbeiten und Muskeln aktivieren, ohne das Gelenk durch Druck zu belasten.
Die Behandlung wird oft als „Extensionsbehandlung“ verordnet und meist mit Wärme (Fango oder Heißluft) kombiniert, um den Entspannungseffekt zu maximieren.
Wir sind gerne für sie da.
* Privatleistungen, werden nicht von der Krankenkasse übernommen.